Die medikamentöse Landschaft beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom hat sich rasant entwickelt. Die Blockade des Androgenrezeptor-Signalwegs mittels ARPIs (Androgen Receptor Pathway Inhibitors) gehört heute beim metastasierten hormonsensitiven (mHSPC) und kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) zum therapeutischen Standard. Mit dem therapeutischen Erfolg wächst jedoch eine klinische Herausforderung, die uns im Praxisalltag zunehmend verunsichert: Relevante Wechselwirkungen (Drug-Drug Interactions, DDIs) bei multimorbiden Patienten.
Unsere Patienten sind meist älter und auf eine dauerhafte Begleitmedikation angewiesen – sei es wegen kardiovaskulärer Vorerkrankungen, Diabetes oder zur Antikoagulation. Genau hier setzt unsere digitale Fortbildung an. Unter dem Titel „Pca: Wechselwirkungen bei der ARPI-Therapie beim Prostatakarzinom. Kann ich mich noch trauen zu behandeln?“ beleuchten wir die kritische Schnittstelle zwischen urologischer Onkologie und internistischer Polypharmazie.
Die Sorge vor unvorhersehbaren Interaktionen führt in der Praxis leider viel zu oft zu Behandlungsverzögerungen oder vorschnellen Dosisreduzierungen. Doch aktuelle Daten – wie die neuesten Konsensus-Empfehlungen und Analysen der großen Phase-III-Studien (ARASENS, PEACE-1 und aktuelle Living Guidelines) – zeigen: Ein differenziertes Risikomanagement schützt die Wirksamkeit, ohne die Patientensicherheit zu gefährden.
Innerhalb von 90 Minuten erhalten Sie ein kompaktes, praxisnahes Update. Wir vergleichen die pharmakokinetischen Profile der gängigen Substanzen (Abirateronacetat, Enzalutamid, Apalutamid und Darolutamid) im Hinblick auf deren Interaktionspotenzial über das Cytochrom-P450-System (z. B. CYP3A4-Induktion oder CYP2D6-Inhibition) sowie Transportproteine.
Kardiovaskuläre Medikation & Antikoagulation: Sicheres Co-Prescribing von ARPIs mit DOAKs, Clopidogrel oder Warfarin basierend auf aktuellen Delphi-Konsensusdaten.
Substanzspezifische Unterschiede: Warum die molekulare Struktur und die ZNS-Gängigkeit der einzelnen Wirkstoffe das Risiko für Interaktionen, Stürze und Fatigue maßgeblich beeinflussen.
Evidenzbasiertes Nebenwirkungsmanagement: Wann ist eine Anpassung der Begleitmedikation sinnvoller als eine Reduktion der Onkologika-Dosis?
Praktische Leitfäden für den Praxisalltag: Digitale Tools und Checklisten zur schnellen Interaktionsprüfung vor Therapiebeginn.
Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre brennenden Fragen direkt live an unsere Expertinnen zu richten und an konkreten Fallbeispielen zu partizipieren. Wir freuen uns sehr, für diese Fortbildung Prof. Casuschelli und Judith Fischer gewonnen zu haben. Beide arbeiten am Uroonkologischen Zentrum des Universitätsklinikums der LMU in München. Jozefina Casuscelli ist Leiterin des UCC, Judith Fischer ist Apothekerin der Klinikapotheke. Gewinnen Sie die nötige Therapiesicherheit zurück, um Ihren Patienten die bestmögliche, leitliniengerechte Versorgung zukommen zu lassen.
Die Teilnahme ist bei urotube kostenfrei. Wir freuen uns auf Sie und eine lebhafte Diskussion!
Programm
Einführung und Begrüßung
Prof. Dr. med. Carsten Ohlmann (Bonn)
Wechselwirkungen bei der ARPI-Therapi: Die urologische und die pharmazeutische Sicht zusammenbringen
Prof. Dr.. med. Jozefina Casuscelli (München)
Judith Fischer (München)
Fragen & Diskussion
Moderator, Referentinnen & Teilnehmer:innen